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Nach SEC-Entscheidung: MoneyGram cancelt Ripple-Partnerschaft

Der Zahlungsdienstleister MoneyGram stoppt die Zusammenarbeit mit Ripple (XRP). Nachdem die SEC die XRP-Token als Security eingestuft hat, wurde es dem Unternehmen regulatorisch zu unsicher, XRP in seinen Dienstleistungen zu verwenden.

Für Ripple bzw. die XRP-Ledger war es ein großer Erfolg, dass der Zahlungsdienstleister MoneyGram begonnen hatte, die XRP-Token als Brückenwährung verwendet hatte, um internationale Zahlungen auszuliefern. Dass das Unternehmen dazu vor allem durch ein großzügiges Investment der Firma Ripple motiviert wurde, war nebensächlich, solange es half, die ODL-Liquidität auf den Börsen ansteigen zu lassen. Die Strategie von Ripple, XRP durch strategische Investitionen in Stellung zu bringen, schien aufzugehen.

Wäre da nur nicht die US-Börsenaufsicht SEC, die die XRP-Token vor kurzem als „Security“ eingeordnet und Ripple wegen Investorentäuschung angeklagt hat. Das zeitigte die böse Folge, dass viele Krypto-Börsen nicht die notwendigen Lizenzen hatten, um XRP weiterhin zum Handel anzubieten, woraufhin die Token aus dem Angebot zahlreicher Börsen verschwanden. Nun folgt der nächste Tiefschlag für Ripple: Der Partner MoneyGram springt ab.

Das Unternehmen aus Dallas, Texas, kündigte vergangene Woche an, die 2019 vereinbarte Partnerschaft erst einmal auf Eis zu legen. Denn die SEC-Entscheidung macht die Arbeit mit XRP auf mehreren Ebenen schwierig: Sie erhöht die logistischen Herausforderungen, weil XRP nun auf viel weniger Börsen gehandelt wird, und sie führt zudem rechtlich-regulatorische wie auch Risiken des öffentlichen Ansehens ein.

Dabei fällt MoneyGram die Entscheidung nicht eben leicht. Das Unternehmen hatte in mehrfacher Hinsicht von der Zusammenarbeit mit Ripple profitiert. Zum einen hat Ripple MoneyGram dafür bezahlt, XRP zu benutzen, wodurch im vergangenen Jahr Einnahmen von 38 Millionen Dollar zustandekommen, welche 15 Prozent der Gesamteinnahmen ausmachen und womöglich entscheidend dafür waren, dass der Zahlungsdienstleister 2020 schwarze Zahlen schreiben konnte. Dementsprechend stuft MoneyGram schon mal die in naher Zukunft erwarteten Einnahmen herunter.

Auf der anderen Seite scheint MoneyGram auch operativ Nutzen durch XRP gezogen zu haben. So hat das Unternehmen den „XRP-Ledger“ genutzt, um verschiedene Währungen, etwa Mexikanische und Philippinische Peso, Euro sowie Australische Dollar in US-Dollar zu wechseln. Dazu hat MoneyGram auf einer US-Börse XRP gekauft, die XRP zu einer Börse in einem anderen Land gesendet, und sie dort gegen die hiesige Währung gewechselt. Allerdings stellt sich die Frage, weshalb sich das Modell für MoneyGram nicht mit jeder beliebigen Kryptowährung und ohne die Zuschüsse durch Ripple lohnt.

Sowohl MoneyGram als auch Ripple suchen derzeit nach Lösungen, die bis 2023 vereinbarte Zusammenarbeit doch fortzusetzen. MoneyGram-CFO Larry Angelilli wünscht sich dies, warnt aber auch, dass noch eine lange Zeit vergehen kann, bis das Problem gelöst ist. Etwas optimistischer gibt sich die Firma Ripple, die zuversichtlich ist, dass das schwelende Gerichtsverfahren regulatorische Klarheit bringen wird.

Sowohl für MoneyGram als auch Ripple haben die Ereignisse der letzten Wochen und Monate ungünstige kurstechnische Folgen. Der Aktienkurs von MoneyGram fiel in den letzten sieben Tagen um gut 38 Prozent; der XRP-Preis von knapp 60 auf etwas mehr als 40 Cent. Der Kursverlust von XRP ist zwar kein Ausreisser im allgemeinen Abwärtstrend der vergangenen Woche – doch nachdem XRP lange Zeit nach Ethereum die drittgrößte Krypotwährung nach Marktkapitalisierung war, hat sie in den letzten Wochen diesen Rang gleich an drei „Ethereum-Killer“ abgegeben – Binance (BNB), Cardano (ADA) und Polkadot (DOT).

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